Ökonomie der Menschlichkeit: Arbeitsalltag neu gedacht

1.Aug, 2022 | Digitale Markenführung, The Best Team, Trends and Innovations

Als Online Marketing Agentur beschäftigen wir uns laufend mit neuen Trends – auch mit jenen des Employer Brandings. Viele dieser aktuellen Veränderungen der Arbeitswelt gehen derzeit in eine Richtung, die sich als „Ökonomie der Menschlichkeit“ beschreiben lässt. Was dieser Begriff bedeutet und warum es genau jetzt als Arbeitgeber so wichtig ist, danach zu handeln, möchten wir euch in diesem Artikel zeigen.

Was bedeutet Ökonomie der Menschlichkeit?

Vereinfacht gesprochen bedeutet eine unternehmerische Ausrichtung nach der Ökonomie der Menschlichkeit, den Menschen selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Für Unternehmen sollte es dabei, in ihrem Handeln nach innen und außen, um mehr als kurzfristige Profitmaximierung gehen. Verbindende Werte wie Ehrlichkeit, ein kooperativer Umgang miteinander, sowie eine zukunftsorientierte Ausrichtung mit Rücksicht auf Tier und Umwelt gehören zu den Kernelementen dieses neuen Denkens.

Wer steht hinter dieser Idee?

Der Verein „Bewusst Gemeinsam Leben“ hat 2021 eine Vernetzungsplattform gegründet, um Unternehmen, Gemeinden, Personen des öffentlichen Lebens und Initiativen miteinander zu verbinden und die Vision einer Wirtschaft, die dem Wohl der Menschen dient, zu verwirklichen. Seitdem sind bereits namhafte Unternehmen, wie der ADAMAH BioHof oder die Luftburg im Wiener Prater, zu Wegbereitern geworden. Als Werbebotschafter treten sie, aus persönlicher Überzeugung, für mehr Menschlichkeit im wirtschaftlichen Handeln ein.

Übersicht von Firmen auf der Österreichkarte
Foto: © Bewusst Gemeinsam Leben

Warum unsere Wirtschaft genau jetzt mehr Menschlichkeit braucht?

Schon seit vielen Jahrzehnten ist unser vorherrschendes ökonomisches System primär von rein marktwirtschaftlichem Denken geprägt. In diesem, oft eindimensionalen, Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell spielt Erwerb und Erhalt von Kapital die wohl wichtigste Rolle. Stetig steigende Profite und eine anhaltende Besitzsteigerung sind gleichbedeutend mit Macht und Einfluss. Absolute Gewinnmaximierung und der Glaube an unbegrenztes Wachstum stehen deshalb für viele Unternehmen traditionell an erster Stelle.

Die Folgen, die diese Art des Wirtschaftens nach sich gezogen hat, sind heute allgemein bekannt und tagtäglich sichtbar: Globale Umweltverschmutzung, Klimawandel, eine stetig größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, Burnout und eine junge Generation, die sich dagegen stellt.

Der Trend hin zur Ökonomie der Menschlichkeit

Daher stellt sich die Frage:
Ist nicht der letzte Ausweg, um unsere Lebensqualität zu erhalten, den Menschen anstelle des Kapitals in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit zu stellen? Davon ist besonders jene Generation überzeugt, die gerade jetzt erstmals den Arbeitsmarkt betritt.

Zwei Frauen unterhalten sich, während sie an einem Tisch sitzen
Foto: © Sandra Tauscher

Die Einstellung der Generation Z

Die junge Generation legt nicht nur Wert auf eine lebenswerte Umwelt, sondern achtet auch im Arbeitsalltag auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Für Unternehmen heißt das bei der Suche nach neuen Arbeitskräften, dass nicht mehr das Gehalt alleine ausschlaggebend für die Motivation junger Menschen ist. Viel wichtiger sind die Nachhaltigkeitsbilanz des Unternehmens, Flexibilität am Arbeitsplatz und soziale Benefits.

Was bedeutet das für Unternehmen konkret?

Egal ob man diese Generation als Kund:innen oder als die zurzeit so wertvollen Arbeitnehmer:innen gewinnen möchte – wer sich um die Herzen und Köpfe junger Menschen bemüht, sollte Folgendes beachten:

Nachhaltigkeit authentisch leben

Ein wichtiger Punkt, auch für Ältere, ist der Umgang mit unserer Umwelt. Liegt die Entscheidung zwischen zwei Produkten oder Jobangeboten, ist oftmals nicht das Geld der ausschlaggebende Faktor. Eine umweltschädliche Produktion ist stets ein No-Go, während glaubwürdiges Engagement für die Natur oder die Tierwelt schnell ein Pluspunkt ist. Wir geben euch ein paar Ideen, wie einfach es sein kann, den Arbeitsalltag nachhaltig zu gestalten:

• Frisch gekochtes Bio-Mittagessen oder Angebote von Bio-Essen in der Kantine

• Unterstützungsangebote für Radfahrer:innen oder Öffi-Nutzer:innen

• E-Autos als Firmenwagen oder im Fuhrpark

• Büroalltag und Produktion umweltfreundlich gestalten (Mülltrennung, Abfallvermeidung, Wasserreduktion, Digitalisierung statt Papierberg, Recycling etc.)

• Die Nutzung von Grüner Energie wie z.B. Installationen von Solaranlagen am Dach

• Erfüllung der Standards von Umweltzertifikaten (bspw. Umweltzeichen oder Bio Austria)

• Unterstützung innovativer ökologischer Projekte

Büromitarbeiter schauen gemeinsam auf einen Computerbildschirm.
Foto: © Sandra Tauscher

Mit flexiblen Modellen zur Selbstverwirklichung

40 Stunden, 5 Tage in der Woche von 9 bis 17 Uhr im Büro, mit 5 Wochen Urlaub im Jahr – ein Modell, das für viele junge Menschen nicht mehr zeitgemäß wirkt und nicht mehr akzeptiert wird. Spätestens seit der Covid-Krise haben viele Unternehmen gelernt, dass Homeoffice funktioniert – und die Frage nach mobilem Arbeiten gehört für junge Menschen heute zum Standard bei Bewerbungsgesprächen. Aber auch Personen mit längerer Berufserfahrung wissen Selbstbestimmung im Job immer mehr zu schätzen. Flexibilität im Arbeitsalltag, die Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt, könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

• Homeoffice als fixer Bestandteil der Arbeitswoche

• Flexible Gleitzeitmodelle (mit Kernzeiten)

• Urlaub, wann und wie viel tatsächlich gebraucht wird (z.B.: nach arbeitsintensiven Projekten eine zusätzliche Erholungsauszeit)

• Remote Work von überall

• 30 Stunden- / 4 Tages-Woche-Modelle

• Effizienteres Arbeiten durch die optimierte Work-Life-Balance

Büromitarbeiter sitzt mit Getränk auf der Couch vor seinem Laptop.

Ein Arbeitsplatz mit Wohlfühlatmosphäre

Ein Element, das oft unterschätzt wird, aber Arbeitskräfte im Unternehmen hält und täglich motiviert, ist der Wohlfühlfaktor. Hierbei kommt zur Geltung, ob ein Unternehmen die Ökonomie der Menschlichkeit lebt.

Faktoren, die dafür bedeutend sind:

• Flache, nahbare Hierarchien

• Fairness und Ehrlichkeit als zentrale Werte

• Kommunikation auf Augenhöhe, statt von oben herab

• Wertschätzung und Lob

• Zuhören und Anerkennen

• Mitbestimmungsmöglichkeiten der Arbeitnehmer:innen

Frau sitzt am Strand und schaut auf das Meer.

Es sind jedoch nicht nur Soft-Skills gefragt, auch viele andere Angebote und Tätigkeiten können dazu beitragen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen:

• Gemütliche Plätze im Büro zum informellen Austausch

• Pflanzen am Arbeitsplatz als Freudenspender

• Unterstützung in der jeweiligen Lebenssituation (Väterkarenz/Papamonat, Ausbildungsunterstützung, Sabbaticals, etc.)

• Spannende, bemerkenswerte Teamevents

• Laufende Kommunikation über Kanäle, die auf das Team abgestimmt sind (z.B.: Collaboration Tools/interne Soziale Netzwerke vs. Mailverkehr)

Ökonomie der Menschlichkeit in der Praxis: Employer Branding bei Content Artists

Effektive Vermarktung und das Erzählen erfolgreicher Narrative sind unsere Stärken. Doch wie gestalten wir bei uns in der Agentur selbst die Ökonomie der Menschlichkeit?

Durch unser weitflächiges, dynamisches Netz an freien Mitarbeitern, sind Homeoffice, eine flexible Arbeitszeiteinteilung und Remote Work für uns schon seit langem Standard. Während manche aus Italien arbeiten oder die spanische Siesta genießen, bevorzugen andere das moderne Büro im Herzen der pulsierenden Wiener Innenstadt. So ist es keine Seltenheit, dass manche Mails erst mitten in der Nacht eintrudeln – und andere Kollegen schon um 7 Uhr in den Tag starten.

Als kreatives Team zeichnen wir uns auch durch unsere unterschiedlichen Charaktere aus, die natürlich auch zu verschiedenen Tageszeiten besonders aktiv sind. Moderne Arbeitsmodelle „bügeln“ diese Unterschiede nicht aus – sondern nutzen die Vielfalt der Menschen und Ideen für die perfekte Synergie.

Glückliche Büromitarbeiter am Mittagstisch versammelt
Foto: © Sandra Tauscher

Als Zentrum und Treffpunkt des gemeinsamen Arbeitens dient ein gemütliches Office, das durch Mitbestimmung und Mithilfe des gesamten Teams gemeinsam eingerichtet wurde. Grüne Pflanzen, eine Duschmöglichkeit für die Sportlichen, gemütliche Sofas und eine große Küche, in der uns zweimal in der Woche eine Köchin mit Bio-Essen verzaubert, gehören untrennbar zum Arbeitsalltag. Unser junges Team wird auch durch flache Hierarchien und Kommunikation auf Augenhöhe bestimmt.

Coole Teamevents gehören da natürlich dazu! Der wohl größte Beitrag, den wir für die Ökonomie der Menschlichkeit leisten können, liegt aber in der sorgfältigen Auswahl unserer Kund:innen. Es ist uns besonders wichtig, nur für jene Werte zu werben, hinter denen wir auch stehen können. Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind daher wegweisend für unsere Kundenwahl. Unsere Kunden bei ihrer Weiterentwicklung diesbezüglich zu unterstützen, ist ebenfalls ein Teil unserer Vision.

Natürlich kann immer noch ein Stückchen mehr getan werden, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen – aber jeder Schritt in Richtung der Ökonomie der Menschlichkeit trägt dazu bei, unseren Alltag und unsere Arbeitszeit entspannter, genussvoller, gesünder und glücklicher zu gestalten. Daher ist es immer besser heute, durch verantwortungsvolles Employer Branding, innovativ mit kleinen Schritten voranzugehen, als morgen garantiert der Vergangenheit anzugehören. „Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

 

Ökonomie der Menschlichkeit

 

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